Altersvorsorge für Erzieherinnen 2026: Was VBL, Riester und private Vorsorge wirklich bringen

    Deine VBL-Rente allein reicht selten: In unserer Modellrechnung fehlen rund 578 € im Monat zur Standardrente. So spielen VBL, Riester und das neue Altersvorsorgedepot ab 2027 zusammen.

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    Kevin FuchsGründer & Finanzexperte
    Veröffentlicht am 25. August 202616 Min. Lesezeit
    Erzieherin vergleicht 2026 VBL, Riester und Altersvorsorgedepot für ihre Rente

    „Mit meiner Rente könnte ich nicht mal die Miete bezahlen" — dieser Satz fällt in fast jedem Gespräch, das wir mit Erzieherinnen über ihre Zukunft führen. Die gesetzliche Rente reicht bei TVöD-SuE-Gehältern selten, die VBL-Zusatzrente füllt die Lücke nur teilweise. Was wirklich hilft, ist kein Geheimwissen — aber die drei Bausteine VBL, Riester und private Vorsorge werden dir selten zusammenhängend erklärt. Das holen wir hier nach.

    In den letzten zwei Jahren habe ich mit über 150 Erzieherinnen ihre VBL-Nachweise durchgesehen — fast niemand wusste vorher, wie groß die Lücke wirklich ist. Genau deshalb ordnen wir hier alle drei Bausteine einmal zusammenhängend ein: VBL, Riester und das neue Altersvorsorgedepot ab 2027. Am Ende findest du über einen Entscheidungsbaum deinen eigenen Weg.

    Das Wichtigste in 20 Sekunden

    • Eine Modellrechnung für eine Erzieherin mit typischem TVöD-SuE-Verlauf (25 Jahre Vollzeit, 15 Jahre Teilzeit mit 75 %) ergibt rund 1.335 € Monatsrente — etwa 578 € weniger als die DRV-Standardrente von 1.913,40 €.
    • Die VBL ist Pflicht und automatisch, ersetzt aber nirgends die gesetzliche Rente vollständig — jeder Versorgungspunkt bringt 4,00 € Betriebsrente im Monat.
    • Riester bringt mit Kindern (geboren ab 2008) bis zu 300 € Kinderzulage pro Kind plus 175 € Grundzulage — bei mehreren Kindern liegt die Förderquote oft über 80 %.
    • Ab 2027 löst das neu beschlossene Altersvorsorgedepot Riester für Neuverträge ab: bis zu 540 € Grundzulage plus 300 € je Kind sind möglich.
    • Arbeitest du bei Caritas oder Diakonie, zahlst du in KZVK oder EZVK statt VBL ein — die Beitragssätze liegen 2026 zwischen 6,0 % und 7,0 %.

    In diesem Artikel ordnest du VBL, Riester und Depot ein und findest über den Entscheidungsbaum am Ende deinen Weg.

    „Welcher Baustein für dich am meisten bringt, hängt von Kindern, Träger und Teilzeit-Quote ab. Im Fördercheck klären wir das in 2 Minuten."

    Deine Rentenlücke als Erzieherin — wie groß ist sie wirklich?

    Deine Rentenlücke als Erzieherin ist real und lässt sich beziffern: Eine Modellrechnung mit einem typischen TVöD-SuE-Verlauf ergibt rund 1.335 € Monatsrente — etwa 578 € beziehungsweise 30 % weniger als die DRV-Standardrente von 1.913,40 €. Der Hauptgrund ist die Kombination aus unterdurchschnittlichem Gehalt und häufiger Teilzeit. Wie diese Rechnung im Detail zustande kommt, zeigen wir dir jetzt Schritt für Schritt.

    Warum TVöD-SuE-Gehälter zu niedrigeren Rentenpunkten führen als in anderen Berufen

    Deine gesetzliche Rente hängt an Entgeltpunkten: Ein Entgeltpunkt entspricht genau dem Durchschnittsentgelt des jeweiligen Jahres — 2026 liegt dieser Wert bei 51.944 € brutto im Jahr. Verdienst du weniger als diesen Durchschnitt, sammelst du pro Jahr weniger als einen vollen Entgeltpunkt. Bei TVöD-SuE-Gehältern ist das die Regel, nicht die Ausnahme, weil die Tabellenwerte in vielen Stufen unter dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnittsverdienst liegen. Zusätzlich bremst der Senioritäts-Deckel: Nach den ersten Berufsjahren wächst dein Gehalt langsamer, während die Rentenpunkte-Uhr weiterläuft.

    Rechenbeispiel: Standardrente vs. Modellrechnung für eine Erzieherin

    Die DRV-„Standardrente" ist eine Vergleichsgröße: 45 Entgeltpunkte multipliziert mit dem aktuellen Rentenwert (42,52 € ab Juli 2026) ergeben 1.913,40 € Monatsrente — für 45 Jahre exakten Durchschnittsverdienst. Für eine Erzieherin mit durchschnittlich 3.750 € Bruttogehalt (TVöD-SuE-Korridor S8a bis S15) und einem Erwerbsverlauf aus 25 Jahren Vollzeit sowie 15 Jahren Teilzeit mit 75 % ergibt die Modellrechnung rund 31,4 Entgeltpunkte. Multipliziert mit dem aktuellen Rentenwert sind das etwa 1.335 € Monatsrente — rund 578 € oder 30 % weniger als die Standardrente. Wichtig: Das ist eine Modellrechnung zur Einordnung der Größenordnung, keine individuelle Berechnung — sie ersetzt nicht deine jährliche Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung oder eine persönliche Beratung.

    Erzieherin prüft ihre Renteninformation — Modellrechnung zur Rentenlücke 2026

    Wenn du genau wissen willst, wie groß deine persönliche Lücke ist, rechnen wir das im geplanten Artikel zur Rentenlücke als Erzieherin im Detail durch — sobald er online ist, verlinken wir ihn hier.

    VBL — deine Zusatzrente im öffentlichen Dienst als Basis

    Die VBL ist deine automatische Zusatzrente im öffentlichen Dienst — du musst dich um nichts kümmern, sie kommt zusätzlich zur gesetzlichen Rente. Jeder sogenannte Versorgungspunkt, den du sammelst, ist fest 4,00 € monatliche Betriebsrente wert. Allein reicht sie in aller Regel nicht, um die Rentenlücke zu schließen — wie genau sie sich berechnet und was du selbst noch tun kannst, ordnen wir jetzt ein.

    Was ist die VBL und wie kommst du automatisch rein?

    VBL steht für Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder — die Zusatzversorgungskasse für Angestellte im öffentlichen Dienst. Bist du bei einer Kommune, einem Landkreis oder einem kommunalen Kita-Träger beschäftigt, wirst du automatisch pflichtversichert, sobald dein Arbeitsverhältnis beginnt. Eine Anmeldung brauchst du nicht, dein Arbeitgeber meldet dich direkt an. Das gilt unabhängig davon, ob du in Voll- oder Teilzeit arbeitest — die Pflichtversicherung selbst ist an dein Arbeitsverhältnis geknüpft, nicht an eine Mindeststundenzahl. Ausnahme: Arbeitest du bei einem kirchlichen Träger wie Caritas oder Diakonie, zahlst du stattdessen in die KZVK oder EZVK ein — dazu später mehr.

    VBLklassik vs. VBLextra — was ist Pflicht, was freiwillig?

    VBLklassik ist die Pflichtversicherung, in die dein Arbeitgeber automatisch einzahlt — daran änderst du nichts. VBLextra ist die freiwillige Zusatzversicherung obendrauf, die du selbst über Entgeltumwandlung ergänzen kannst. Deine VBLklassik-Rente berechnet sich über ein Punktemodell: Pro Jahr sammelst du Versorgungspunkte, die sich aus deinem Entgelt und einem Altersfaktor ergeben — dieser Faktor sinkt, je älter du beim Erwerb der Punkte bist, weil weniger Zeit zum Verzinsen bleibt. Wie sich das für deinen konkreten Verlauf auswirkt, zeigt dir unser Ratgeber, der die VBL im Detail erklärt. Willst du VBLextra nutzen, meldest du das über deinen Arbeitgeber an — die Einzahlung läuft dann meist über Entgeltumwandlung, ähnlich wie bei einer privaten bAV.

    Reicht die VBL-Rente allein?

    Kurz gesagt: nein. Der Messbetrag von 4,00 € pro Versorgungspunkt klingt erstmal nach wenig — über ein Erwerbsleben mit Teilzeit-Phasen und moderatem Gehalt kommen selten genug Punkte zusammen, um die Rentenlücke zu schließen. Genau deshalb brauchst du die VBL als Basis, aber nicht als einzige Säule. Riester und das neue Altersvorsorgedepot sind die logischen Ergänzungen — dazu gleich mehr. Die genaue Höhe deiner eigenen VBL-Rente entnimmst du am besten deiner jährlichen VBL-Renteninformation, die du automatisch als Versicherte erhältst.

    „Deine VBL-Rente kennst du grob — aber weißt du, wie groß die Lücke bei DIR konkret ist? Zeig mir, was mir zusteht."

    Riester als Ergänzung — für wen sich die Zulage 2026 noch lohnt

    Riester lohnt sich 2026 vor allem für Erzieherinnen mit Kindern — die Kombination aus 175 € Grundzulage und bis zu 300 € Kinderzulage pro Kind treibt die Förderquote schnell über 50 %, bei mehreren Kindern oft über 80 %. Ohne Kinder ist die Rechnung deutlich schwächer. Seit Mai 2026 ist zudem klar: Deine bestehenden Verträge laufen unverändert weiter, denn die Riester-Nachfolge ist inzwischen beschlossenes Gesetz, kein Entwurf mehr.

    Grundzulage 175 €/Jahr + Kinderzulage bis 300 €/Jahr — wann die Förderquote wirklich hoch ist

    Die Riester-Grundzulage liegt seit Jahren unverändert bei 175 € pro Jahr, sofern du deinen Mindesteigenbeitrag (4 % deines Vorjahresbruttos, abzüglich Zulagen) einzahlst. Für jedes Kind, das ab 2008 geboren wurde, kommen bis zu 300 € Kinderzulage pro Jahr obendrauf — für ältere Kinder sind es 185 €. Die Förderquote — also Zulagen plus Steuerersparnis im Verhältnis zum Eigenbeitrag — liegt bei Erzieherinnen mit mehreren Kindern häufig über 80 %, weil die Zulagen im Verhältnis zum Mindesteigenbeitrag besonders stark wirken. Zulageberechtigt bist du als rentenversicherungspflichtige Angestellte automatisch. Als Faustregel gilt: Ab einer Förderquote von über 50 % wird Riester gegenüber einem ungeförderten ETF-Sparplan rechnerisch attraktiv.

    Nimm Miriam, 45, Kita-Leitung in S15, Mutter von drei Kindern: Sind alle drei Kinder ab 2008 geboren, ergeben sich 175 € Grundzulage plus 3 × 300 € Kinderzulage — in Summe 1.075 € staatliche Zulagen pro Jahr. Voraussetzung ist nur, dass sie ihren Mindesteigenbeitrag einzahlt (4 % des Vorjahresbruttos, abzüglich der Zulagen) — die Zulagen selbst sind dann geschenktes Geld vom Staat. Das zeigt, wie stark die Kinderzulage bei mehreren Kindern wirkt — deutlich mehr, als die meisten erwarten.

    Die Reform 2026/2027 — was mit deinem Riester-Vertrag passiert

    Der Bundestag hat das Altersvorsorgereformgesetz am 27. März 2026 beschlossen, der Bundesrat hat am 8. Mai 2026 zugestimmt — die Reform ist also kein Entwurf mehr, sondern verabschiedetes Gesetz. Für dich als Bestandssparerin ändert das erstmal nichts: Laufende Riester-Verträge laufen unverändert weiter, ein gesetzlich beschlossener Bestandsschutz verhindert eine automatische Kündigung oder Umwandlung. Ab dem 1. Januar 2027 kannst du allerdings keine neuen klassischen Riester-Verträge mehr abschließen — Neuverträge laufen dann nur noch als Altersvorsorgedepot. Kündige deinen bestehenden Vertrag nicht vorschnell, denn das kostet dich bereits erhaltene Zulagen und Steuervorteile zurück.

    Für wen sich Riester eher nicht lohnt

    Bist du kinderlos und verdienst überdurchschnittlich, fällt deine Förderquote deutlich niedriger aus — dann lohnt sich ein genauer Vergleich mit dem neuen Altersvorsorgedepot oder einem ungeförderten ETF-Sparplan mit voller Liquidität. Als Faustregel: Je mehr Kinder, desto klarer die Riester-Empfehlung; je weniger Kinder und je höher dein Gehalt, desto eher lohnt sich ein Blick auf die Alternativen. Ein pauschales „Riester lohnt sich nicht" stimmt also nur für einen Teil der Erzieherinnen — für Familien mit Kindern gilt in aller Regel das Gegenteil. Mit konkreten Beispielrechnungen zeigen wir dir in einem eigenen Ratgeber, ob sich die Riester-Zulage für dich noch lohnt.

    Das Altersvorsorgedepot ab 2027 — dein drittes Standbein

    Das Altersvorsorgedepot ist die gesetzlich beschlossene Riester-Nachfolge und startet für Neuverträge ab dem 1. Januar 2027 — mit bis zu 540 € Grundzulage statt bisher 175 €. Kombiniert mit Kinderzulage kommen Familien auf noch höhere Förderbeträge. Wie genau sich das rechnet und was für dich als Bestandssparerin gilt, ordnen wir hier ein.

    Was sich mit dem Riester-Nachfolger ändert

    Die neue Förderlogik ist prozentual statt fix: Auf die ersten 360 € Eigenbeitrag pro Jahr bekommst du 50 % Zulage, auf den Anteil von 360,01 € bis 1.800 € noch 25 %. Schöpfst du beide Stufen voll aus, ergibt das eine maximale Grundzulage von 540 € pro Jahr — deutlich mehr als die bisherigen 175 € bei Riester. Zusätzlich fällt die frühere 100-%-Beitragsgarantie weg, wodurch eine höhere Aktienquote möglich wird, und ein Kostendeckel von 1,0 % pro Jahr begrenzt die Gebühren beim Standardprodukt. Einzahlen kannst du bis zu 6.840 € im Jahr, darüber steigt die Förderung nicht weiter.

    Bis zu 840 € Förderung — wie Grundzulage und Kinderzulage sich kombinieren

    Die oft genannte Zahl „bis zu 840 € Förderung" ergibt sich so: 540 € maximale Grundzulage plus 300 € Kinderzulage für ein Kind (geboren ab 2008) macht in Summe 840 € — bei mehreren Kindern entsprechend mehr. Ob und wie sich das Altersvorsorgedepot zusätzlich mit vermögenswirksamen Leistungen (VWL) oder deiner betrieblichen Zusatzversorgung (VBL/KZVK) kombinieren lässt, ist im Detail noch nicht abschließend geklärt — als grundsätzliche Ergänzung in deinem Vorsorge-Mix ist eine Kombination aber möglich. Für eine verbindliche Einschätzung deines konkreten Falls lohnt sich vor Vertragsabschluss ein Blick in die offiziellen Informationen der Bundesregierung zur Reform.

    Wechseln oder abwarten? Entscheidungshilfe für Bestandssparer:innen

    Hast du bereits einen laufenden Riester-Vertrag, musst du nichts tun — Bestandsschutz bedeutet, dein Vertrag läuft zu den bisherigen Konditionen weiter. Ein Wechsel ins Altersvorsorgedepot kann sich lohnen, wenn deine bisherigen Kosten hoch sind oder du von der höheren Aktienquote profitieren willst — das ist aber eine Einzelfallentscheidung, die du am besten mit einer unabhängigen Beratung abgleichst. Wer noch keinen Vertrag hat und ab 2027 neu einsteigt, landet ohnehin automatisch im Altersvorsorgedepot, weil neue klassische Riester-Verträge dann nicht mehr angeboten werden. Ob du einen bestehenden Riester-Vertrag parallel behalten und zusätzlich ins neue Depot einzahlen kannst — und wie sich die Förderung dann verteilt — klärst du am besten vor Abschluss anhand der offiziellen Reform-Informationen. Wie sich das neue Produkt für dich im Detail rechnet, liest du in unserem Ratgeber über das neue Altersvorsorgedepot ab 2027.

    Betriebliche Sonderfälle — wenn du bei Kirche oder Diakonie arbeitest

    Arbeitest du bei einem katholischen oder evangelischen Träger wie Caritas oder Diakonie, zahlst du nicht in die VBL, sondern in die KZVK oder EZVK ein — mit ähnlicher Logik, aber eigenen Beitragssätzen. 2026 liegen diese zwischen 6,0 % und 7,0 % des zusatzversorgungspflichtigen Entgelts. Welche Kasse für dich gilt, hängt allein von deinem Träger ab, nicht von deiner Konfession.

    KZVK, EZVK, AKA — was diese Kürzel bedeuten und wie sie sich von der VBL unterscheiden

    Die KZVK (Kirchliche Zusatzversorgungskasse) ist zuständig für katholische Träger, die EZVK (Evangelische Zusatzversorgungskasse) für evangelische — beide sind eigenständige Zusatzversorgungskassen, keine Unterorganisation der VBL. Die Leistungslogik ähnelt der VBL, ist aber nicht identisch und kassenabhängig unterschiedlich geregelt. Bei der KZVK liegt der Gesamtbeitragssatz 2026 bei 6,0 % (5,6 % zahlt dein Arbeitgeber, 0,4 % du selbst), ab 2027 steigt er auf 6,7 %. Bei der EZVK liegt der Arbeitgeber-Beitragssatz je nach regionalem Portfolio deines Trägers zwischen 6,6 % und 7,0 %.

    Wie sich KZVK und EZVK im Detail berechnen und was das für deine persönliche Rentenlücke bedeutet, arbeiten wir gerade in einem eigenen Artikel zur betrieblichen Altersvorsorge für Erzieher:innen bei Kirche und Diakonie auf — sobald er online ist, verlinken wir ihn hier.

    Altersvorsorge in Teilzeit — die Realität der meisten Erzieherinnen

    Teilzeit ist der stärkste Einzelfaktor, der deine Rentenlücke vergrößert — in unserer Modellrechnung kosten 15 Jahre Teilzeit mit 75 % allein rund 138 € Monatsrente gegenüber einem durchgehenden Vollzeit-Verlauf. Das liegt daran, dass weniger Arbeitsstunden direkt weniger Entgeltpunkte bedeuten. Gerade weil die meisten Erzieherinnen zumindest zeitweise in Teilzeit arbeiten, lohnt sich hier ein bewusster Blick.

    Warum Teilzeit die Rentenlücke am stärksten vergrößert

    Jeder Entgeltpunkt hängt an deinem Bruttogehalt im Verhältnis zum Durchschnittsentgelt — arbeitest du 75 % einer Vollzeitstelle, sammelst du auch nur rund 75 % der Entgeltpunkte eines Vollzeitjahres. In unserer Modellrechnung führt eine Erwerbsbiografie mit 15 von 40 Jahren in Teilzeit zu rund 138 € weniger Monatsrente als ein durchgehender Vollzeit-Verlauf. Über ein ganzes Erwerbsleben addiert sich das spürbar auf — besonders, wenn Teilzeit-Phasen mit Elternzeit oder Pflegezeiten zusammenfallen. Auch das ist eine Modellrechnung zur Einordnung, keine individuelle Berechnung für deinen konkreten Verlauf.

    Was du konkret gegensteuern kannst

    Eine spätere Stundenaufstockung, auch nur um wenige Stunden, wirkt sich direkt auf deine Entgeltpunkte aus und lohnt sich langfristig mehr, als viele erwarten. Zusätzlich kannst du gezielt Fördermittel priorisieren, die nicht an deine Arbeitszeit gekoppelt sind — die Riester-Kinderzulage etwa bleibt unabhängig von deiner Stundenzahl gleich hoch. Auch ein Gespräch mit deinem Arbeitgeber über den Zeitpunkt einer möglichen Aufstockung lohnt sich frühzeitig, weil zusätzliche Stunden über mehrere Jahre stärker wirken als eine späte, kurze Erhöhung kurz vor der Rente. Wichtig ist vor allem, die Lücke überhaupt zu kennen, bevor du entscheidest, welcher Baustein für dich Priorität hat.

    Wie du deine Teilzeit-Rentenlücke konkret ausrechnest und welche Stellschrauben am meisten bringen, zeigen wir ausführlich im geplanten Artikel zur Altersvorsorge in Teilzeit — sobald er online ist, verlinken wir ihn hier.

    Welche Vorsorgeform passt zu dir? Der Überblick über alle Bausteine

    Die vier Bausteine VBL, Riester, Altersvorsorgedepot und private bAV unterscheiden sich stark in Förderart, Aufwand und Eignung — die folgende Tabelle und der Entscheidungsbaum helfen dir, deinen eigenen Mix zu finden. Keiner dieser Bausteine ersetzt den anderen, sie ergänzen sich. Am Ende zählt, welche Kombination zu deinen Kindern, deinem Träger und deiner Arbeitszeit passt.

    BausteinFörderartAufwand für dichBesonders geeignet für
    VBL / KZVK / EZVKPflichtversicherung, automatisch über den Arbeitgeberkeiner — läuft automatischalle Angestellten im öffentlichen oder kirchlichen Dienst als Basis
    Riester (Bestandsvertrag)Grundzulage 175 € + Kinderzulage bis 300 €/Kindeigener Mindestbeitrag nötig, Antrag einmaligErzieherinnen mit Kindern und bestehendem Vertrag
    Altersvorsorgedepot (ab 2027)bis zu 540 € Grundzulage + 300 €/KindNeuvertrag ab 2027, eigener Beitrag nötigNeueinsteigerinnen und alle, die eine höhere Aktienquote wollen
    Private bAV (Entgeltumwandlung)Steuer-/SV-Ersparnis + ArbeitgeberzuschussAntrag beim Arbeitgeber, laufender Eigenbeitragalle, die den Arbeitgeberzuschuss zusätzlich mitnehmen wollen

    Ein einfacher Entscheidungsbaum hilft dir bei der ersten Einordnung:

    Entscheidungsbaum Altersvorsorge für Erzieherinnen: VBL, Riester, Altersvorsorgedepot

    • Hast du Kinder, die ab 2008 geboren wurden?
      • Ja → Riester (Bestandsvertrag) oder Altersvorsorgedepot (ab 2027) prüfen — die Kinderzulage macht beide Bausteine besonders stark.
      • Nein → eher Altersvorsorgedepot oder private bAV mit Arbeitgeberzuschuss in den Blick nehmen.
    • Arbeitest du in Teilzeit?
      • Ja → deine Rentenlücke besonders im Blick behalten und priorisiert Fördermittel wählen, die nicht an die Stundenzahl gekoppelt sind.
      • Nein → Fokus auf den Aufbau eines möglichst hohen zusätzlichen Vorsorge-Bausteins neben der VBL.
    • Arbeitest du bei einem kirchlichen Träger (Caritas, Diakonie)?
      • Ja → KZVK oder EZVK statt VBL als Pflichtbasis einplanen, Beitragssatz beim Träger erfragen.
      • Nein → VBL als automatische Pflichtbasis, VBLextra als freiwillige Ergänzung prüfen.

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    Das Wichtigste im Überblick

    Fassen wir die wichtigsten Punkte noch einmal zusammen:

    • Deine Rentenlücke ist real: In unserer Modellrechnung liegt die Monatsrente einer Erzieherin rund 578 € unter der DRV-Standardrente von 1.913,40 €.
    • Die VBL ist automatisch und Pflicht, reicht aber allein selten aus — 4,00 € pro Versorgungspunkt sind die Basis, nicht das Ziel.
    • Riester lohnt sich vor allem mit Kindern: Bis zu 300 € Kinderzulage pro Kind treiben die Förderquote oft über 80 %.
    • Ab 2027 ergänzt das neu beschlossene Altersvorsorgedepot mit bis zu 540 € Grundzulage die Fördermöglichkeiten spürbar.
    • Arbeitest du in Teilzeit, brauchst du aktives Gegensteuern — hier wächst die Lücke am stärksten.

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    Häufige Fragen (FAQ)

    Reicht die VBL-Rente als Erzieherin für den Ruhestand?

    Nein, die VBL ergänzt die gesetzliche Rente, ersetzt sie aber nicht. Bei TVöD-SuE-Gehältern und häufiger Teilzeit bleibt eine Lücke, die du über Riester, das Altersvorsorgedepot oder private Vorsorge schließen musst.

    Lohnt sich Riester 2026 noch für Erzieherinnen?

    Mit Kindern meist ja — die Kinderzulage von bis zu 300 € pro Kind treibt die Förderquote oft über 80 %. Ohne Kinder ist die Förderquote deutlich niedriger, dann lohnt ein genauer Vergleich mit dem Altersvorsorgedepot.

    Was ist der Unterschied zwischen VBL und KZVK/EZVK?

    Beide sind Zusatzversorgungssysteme, aber für unterschiedliche Träger: VBL gilt im öffentlichen Dienst, KZVK/EZVK bei kirchlichen Trägern wie Caritas oder Diakonie. Die Leistungslogik ähnelt sich, die konkreten Beitragssätze unterscheiden sich.

    Muss ich meinen bestehenden Riester-Vertrag wegen der Reform kündigen?

    Nein. Für Alt-Verträge gilt ein gesetzlich beschlossener Bestandsschutz — die Reform ist seit Mai 2026 verabschiedetes Gesetz, nicht mehr nur ein Entwurf. Eine vorschnelle Kündigung kostet dich Zulagen und Steuervorteile zurück — informier dich vor jedem Schritt.

    Wie wirkt sich Teilzeit auf meine Rentenlücke aus?

    Teilzeit ist der Hauptgrund für die größere Rentenlücke bei Erzieherinnen, weil weniger Rentenpunkte gesammelt werden. Gegensteuern kannst du über gezielte Zusatzvorsorge und, wenn möglich, eine spätere Stundenaufstockung.

    Was bringt mir das neue Altersvorsorgedepot gegenüber Riester?

    Das Altersvorsorgedepot ab 2027 bringt mehr Flexibilität bei der Anlage (höhere Aktienquote möglich) und eine höhere Grundzulage von bis zu 540 € statt bisher 175 €. Mit Kinderzulage kommen Familien in Summe auf bis zu 840 € Förderung — eine Kombination mit VWL oder deiner betrieblichen Zusatzversorgung ist als Ergänzung im Vorsorge-Mix möglich.

    Quellen

    KI-assistiert verfasst, redaktionell geprüft. Stand: September 2026.

    Transparenz-Hinweis

    Dieser Artikel ist redaktionell erstellt und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung. Wir arbeiten als ungebundene Versicherungsmakler (§ 34d Abs. 1 GewO) und Finanzanlagenvermittler (§ 34f Abs. 1 GewO). Beratung und Fördercheck sind für dich kostenlos — vermitteln wir auf deinen Wunsch ein Produkt, erhalten wir dafür eine Courtage vom Anbieter. Details findest du in unserer Erstinformation.

    Autor:in
    Kevin Fuchs
    Gründer & Finanzexperte

    Kevin Fuchs ist Gründer von FinanzErzieher. Er hat sich darauf spezialisiert, Erzieher:innen zu mehr Netto und passgenauer Altersvorsorge zu verhelfen. Seine Mission: Dass Förderungen, Steuervorteile und Zuschüsse nicht mehr an Bürokratie scheitern.

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