VBL Erzieher Altersvorsorge 2026: Was dir die Zusatzversorgung wirklich bringt
Du zahlst jeden Monat in die VBL ein – aber weißt du, was am Ende wirklich rauskommt? Wir rechnen für dich nach: Was die VBL-Zusatzversorgung 2026 für typische Erzieher-Gehälter bedeutet, wie sich Teilzeit und Elternzeit auswirken und ob die Betriebsrente deine Rentenlücke schließt.

Jeden Monat siehst du auf deiner Gehaltsabrechnung den Abzug „VBL" — bei 3.000 Euro brutto sind das rund 54 Euro, die direkt weg sind. Aber was bekommst du dafür zurück?
Das Wichtigste in 20 Sekunden
- Du zahlst 1,81 % vom Brutto in die VBL (bei 3.000 € brutto = 54 € monatlich), dein Arbeitgeber legt 5,49 % drauf (164 €)
- Realistische VBL-Rente für Erzieher:innen: 250 bis 500 € monatlich — abhängig von Einstiegsalter, Gehalt und Arbeitszeit
- Pro Versorgungspunkt bekommst du 4,00 € Rente — bei 40 Jahren Vollzeit in S8a sammelst du etwa 110 Punkte (440 € Rente)
- Du brauchst 60 Monate Wartezeit für einen Rentenanspruch — die VBL zahlt nur auf Antrag, etwa 3 Monate vor Rentenbeginn
- VBL plus gesetzliche Rente decken etwa 60 bis 70 % deines letzten Nettos — die Rentenlücke musst du durch private Vorsorge schließen
Die VBL ist deine Betriebsrente als Erzieherin im öffentlichen Dienst. Sie zahlt zusätzlich zur gesetzlichen Rente — aber nur, wenn du die Spielregeln kennst. In diesem Artikel erfährst du, wie viel VBL-Rente du mit einem typischen Erzieher-Gehalt in S8a oder S8b wirklich bekommst, was Teilzeit und Elternzeit mit deinen Ansprüchen machen und wann sich freiwillige Zusatzvorsorge lohnt.
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Was ist die VBL und warum zahlst du als Erzieherin automatisch ein?
Die VBL (Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder) ist die Betriebsrente für den öffentlichen Dienst — wenn du bei einem öffentlichen oder kirchlichen Träger arbeitest, bist du automatisch pflichtversichert.
Die VBL ist die zweite Säule deiner Altersvorsorge, neben der gesetzlichen Rentenversicherung. Sie soll die Lücke zwischen deinem letzten Gehalt und der gesetzlichen Rente verkleinern. Wichtig: Die VBL ist keine private Vorsorge — sie ist Teil deines Arbeitsvertrags im öffentlichen Dienst. Du zahlst Pflichtbeiträge vom Bruttogehalt, genau wie in die gesetzliche Rente.
Die VBL unterscheidet zwischen West und Ost. Im Westen läuft das klassische Umlageverfahren (wie die gesetzliche Rente), im Osten gibt es zusätzlich Kapitaldeckungsbeiträge. Für die meisten Erzieher:innen in Deutschland gilt das Westsystem — darauf konzentrieren wir uns hier.
VBL 2026: Diese Beiträge zahlst du (und dein Arbeitgeber) wirklich
Der Umlagesatz 2026 im Westen liegt bei 7,30 % deines zusatzversorgungspflichtigen Entgelts — davon zahlst du 1,81 %, dein Arbeitgeber übernimmt 5,49 %.
Ein konkretes Beispiel: Bei 3.000 Euro brutto monatlich zahlst du 54,30 Euro VBL-Beitrag, dein Arbeitgeber legt 164,70 Euro drauf. Zusammen fließen also 219 Euro in deine Betriebsrente. Bei 3.500 Euro brutto sind es 63,35 Euro von dir, 192,15 Euro vom Arbeitgeber — insgesamt 255,50 Euro.
Auf deiner Gehaltsabrechnung siehst du den Abzug meist als „VBL" oder „Zusatzversorgung". Der Arbeitgeberanteil taucht dort nicht auf, ist aber für dich trotzdem wichtig — denn er fließt in deine späteren Versorgungspunkte ein. Übrigens: Der Arbeitgeberanteil ist bis 338 Euro monatlich (Stand 2026) steuerfrei für dich.
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So viel VBL-Rente bekommst du: Rechenbeispiele für Erzieher-Gehälter
Pro Versorgungspunkt bekommst du 4,00 Euro monatliche Rente — bei 40 Jahren Vollzeit in S8a sammelst du etwa 110 Punkte, das sind 440 Euro VBL-Rente.
Die VBL rechnet mit Versorgungspunkten. Jedes Jahr sammelst du Punkte, die sich aus deinem Gehalt und einem Altersfaktor ergeben. Der Altersfaktor berücksichtigt, wie lange dein Geld noch „arbeiten" kann — je jünger du einsteigst, desto höher der Faktor.
Die offizielle VBL-Beispielrechnung geht von 2.500 bis 4.500 Euro Durchschnittsgehalt über die gesamte Karriere aus und kommt auf etwa 860 Euro Betriebsrente. Das Problem: Diese Zahlen passen nicht zur Realität vieler Erzieher:innen, die in S8a oder S8b einsteigen und oft Teilzeit arbeiten. Deshalb hier drei realistische Szenarien:
Beispiel 1: Lena, S8a Stufe 3, Vollzeit, Einstieg mit 25 Jahren
Lena startet mit 25 in S8a Stufe 1 (ca. 3.180 Euro brutto) und arbeitet 42 Jahre bis zur Rente mit 67. Sie steigt bis Stufe 5 auf (ca. 3.850 Euro brutto). Durchschnittsgehalt über die Karriere: etwa 3.500 Euro. Bei einem Altersfaktor von durchschnittlich 1,8 sammelt sie etwa 110 Versorgungspunkte. Das ergibt 440 Euro VBL-Rente monatlich — zusätzlich zur gesetzlichen Rente.
Beispiel 2: Nina, S8b Stufe 4, Teilzeit 30 Stunden, Einstieg mit 30 Jahren
Nina arbeitet 75 % einer Vollzeitstelle (30 statt 40 Stunden). In S8b Stufe 4 verdient sie bei Vollzeit etwa 4.100 Euro brutto, bei Teilzeit also 3.075 Euro. Sie arbeitet 37 Jahre bis zur Rente. Durch Teilzeit und späteren Einstieg sammelt sie etwa 75 Versorgungspunkte. Das ergibt 300 Euro VBL-Rente monatlich.
Beispiel 3: Sarah, S8a, Quereinstieg mit 40 Jahren
Sarah steigt mit 40 als Quereinsteigerin ein, arbeitet 27 Jahre in Vollzeit bis zur Rente. Ihr Durchschnittsgehalt liegt bei 3.400 Euro brutto. Durch den späten Einstieg ist ihr Altersfaktor deutlich niedriger (ca. 1,2 im Schnitt). Sie sammelt etwa 55 Versorgungspunkte — das sind 220 Euro VBL-Rente monatlich.
Du siehst: Die VBL-Rente hängt massiv von Einstiegsalter, Gehalt und Arbeitszeit ab. Die oft genannten 800 bis 900 Euro sind für viele Erzieher:innen unrealistisch — realistischer sind 250 bis 500 Euro, je nach Karriereverlauf.
Teilzeit, Elternzeit, Trägerwechsel: So wirken sich Brüche auf deine VBL-Rente aus
Teilzeit reduziert deine Versorgungspunkte proportional zur Arbeitszeit — bei 75 % Teilzeit sammelst du etwa 75 % der Punkte einer Vollzeitkraft.
Die wenigsten Erzieher:innen arbeiten 40 Jahre Vollzeit durch. Teilzeit, Elternzeit und Trägerwechsel sind in der Kita-Welt normal — aber was machen sie mit deiner VBL-Rente?
Teilzeit: Versorgungspunkte sinken proportional
Arbeitest du Teilzeit, sammelst du weniger Versorgungspunkte — proportional zu deiner Arbeitszeit. Bei 50 % Teilzeit halbiert sich dein Gehalt, also auch deine Punkte. Arbeitest du 30 von 40 Stunden (75 %), bekommst du etwa 75 % der Punkte einer Vollzeitkraft. Das summiert sich über die Jahre: 20 Jahre Teilzeit mit 75 % bringen dir etwa so viele Punkte wie 15 Jahre Vollzeit.
Elternzeit: Keine Beiträge, keine Punkte — aber Anwartschaft bleibt
In Elternzeit ohne Gehalt zahlst du keine VBL-Beiträge und sammelst keine Versorgungspunkte. Die gute Nachricht: Deine Wartezeit läuft weiter, wenn dein Beschäftigungsverhältnis nur ruht (also nicht gekündigt ist). Deine bisherige Anwartschaft bleibt erhalten. Arbeitest du in Elternzeit in Teilzeit, sammelst du Punkte aus dem Teilzeitgehalt.
Trägerwechsel innerhalb des VBL-Systems: Nahtlos weiter
Wechselst du von einer VBL-pflichtigen Kita zu einer anderen (z. B. von städtischer zu kirchlicher Kita), läuft deine VBL-Versicherung nahtlos weiter. Die Versorgungspunkte aus beiden Jobs werden zusammengezählt. Du musst nichts tun — der neue Arbeitgeber meldet dich automatisch an, die VBL führt dein Konto weiter.
Wechsel zu privatem Träger ohne VBL: Anwartschaft mitnehmen
Wechselst du zu einem privaten Träger, der nicht VBL-pflichtig ist, endet deine Pflichtversicherung. Deine bisherige Anwartschaft bleibt aber erhalten — du sammelst nur keine neuen Punkte. Wichtig: Lass dir die Beiträge nicht auszahlen. Bei einer Beitragserstattung verlierst du die Arbeitgeberanteile und die Verzinsung. Die Auszahlung lohnt sich fast nie — deine Anwartschaft ist mehr wert, auch wenn du nicht mehr einzahlst.
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VBLextra, Entgeltumwandlung, Riester: Wann sich freiwillige Zusatzvorsorge lohnt
Riester lohnt sich vor allem mit Kindern — du bekommst 175 Euro Grundzulage plus 300 Euro Kinderzulage (für Kinder ab Geburtsjahr 2008) pro Jahr.
Die Pflicht-VBL allein reicht oft nicht, um deine Rentenlücke zu schließen. Deshalb bietet die VBL freiwillige Zusatzprodukte an — und du kannst auch privat vorsorgen. Hier die wichtigsten Optionen:
VBLextra: Freiwillige Ergänzung zur Pflichtversicherung
VBLextra ist eine kapitalgedeckte Zusatzversicherung, die du parallel zur VBLklassik abschließen kannst. Du zahlst freiwillig zusätzliche Beiträge, die verzinst werden und später als Zusatzrente oder Einmalkapital ausgezahlt werden. VBLextra lohnt sich vor allem, wenn du über Entgeltumwandlung einzahlst.
Entgeltumwandlung: Steuern und Sozialabgaben sparen
Bei der Entgeltumwandlung verzichtest du auf einen Teil deines Bruttogehalts, das stattdessen in VBLextra fließt. Der Vorteil: Bis zu 8 % der Beitragsbemessungsgrenze (2026: etwa 7.500 Euro jährlich, also 625 Euro monatlich) sind steuerfrei. Bis zu 4 % (etwa 312 Euro monatlich) sind auch sozialversicherungsfrei — du sparst also Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung.
Ein Beispiel: Du wandelst 100 Euro brutto in VBLextra um. Bei Steuerklasse I und 3.000 Euro brutto kostet dich das netto nur etwa 60 Euro — weil du rund 40 Euro Steuern und Sozialabgaben sparst. Die vollen 100 Euro fließen aber in deine Altersvorsorge. Nachteil: Im Alter wird die Betriebsrente voll versteuert und ist krankenversicherungspflichtig (ca. 18 % Abzug für Kranken- und Pflegeversicherung).
Riester über die VBL: Zulagen mitnehmen
Die VBL bietet auch Riester-Verträge an. Hier bekommst du staatliche Zulagen: 175 Euro Grundzulage pro Jahr, plus 185 Euro Kinderzulage pro Kind (300 Euro für Kinder ab Geburtsjahr 2008). Du musst mindestens 4 % deines Vorjahresbruttos einzahlen, abzüglich der Zulagen. Bei 36.000 Euro Bruttojahresgehalt sind das 1.440 Euro Mindesteigenbeitrag, abzüglich Zulagen.
Riester lohnt sich vor allem, wenn du Kinder hast. Beispiel: Zwei Kinder (ab 2008 geboren) bringen dir 775 Euro Zulagen pro Jahr (175 + 2 × 300). Bei einem Eigenbeitrag von 665 Euro (1.440 – 775) fließen insgesamt 1.440 Euro in deinen Riester-Vertrag — mehr als doppelt so viel, wie du selbst zahlst.
Wann lohnt sich was?
Entgeltumwandlung lohnt sich bei höherem Gehalt (ab etwa 3.500 Euro brutto) und ohne Kinder — wegen der Steuerersparnis. Riester lohnt sich mit Kindern und mittlerem Einkommen (bis etwa 4.000 Euro brutto) — wegen der Zulagen. VBLextra ohne Entgeltumwandlung (also aus Netto-Einkommen) lohnt sich meist nicht — da sind ETF-Sparpläne oder Rürup-Rente flexibler und oft günstiger.
Reicht die VBL-Rente? So schließt du deine Rentenlücke als Erzieherin
VBL plus gesetzliche Rente ergeben zusammen etwa 60 bis 70 % deines letzten Nettogehalts — bei 2.500 Euro Netto bleiben im Alter etwa 1.660 Euro, die Rentenlücke beträgt 840 Euro.
Jetzt die zentrale Frage: Reicht die VBL-Rente zusammen mit der gesetzlichen Rente, um im Alter deinen Lebensstandard zu halten? Spoiler: Meist nicht.
Beispielrechnung: Mia, S8a Stufe 5, 40 Jahre Vollzeit
Mia verdient in S8a Stufe 5 etwa 3.850 Euro brutto, netto bleiben ihr rund 2.500 Euro (Steuerklasse I, keine Kinder). Nach 40 Jahren Vollzeit bekommt sie etwa 1.600 Euro gesetzliche Rente (brutto) und 440 Euro VBL-Rente (brutto) — zusammen 2.040 Euro brutto.
Davon gehen ab: Kranken- und Pflegeversicherung (ca. 230 Euro), Steuern (ca. 150 Euro). Netto bleiben etwa 1.660 Euro. Ihre Rentenlücke: 840 Euro (2.500 – 1.660). Um ihren Lebensstandard zu halten, müsste sie diese Lücke durch private Vorsorge schließen.
Was kannst du tun?
Um deine Rentenlücke zu schließen, hast du mehrere Optionen: (1) VBLextra über Entgeltumwandlung nutzen, wenn dein Gehalt es hergibt. (2) Riester-Vertrag abschließen, wenn du Kinder hast — die Zulagen sind geschenktes Geld. (3) Private Altersvorsorge aufbauen: ETF-Sparplan (z. B. 100 bis 200 Euro monatlich in einen MSCI World), Rürup-Rente (steuerlich absetzbar, vor allem bei höherem Einkommen sinnvoll). (4) Vermögenswirksame Leistungen (VL) nutzen — viele Arbeitgeber zahlen 6,65 bis 40 Euro monatlich, die du in einen VL-Sparplan stecken kannst. (5) Wohneigentum: Mietfreies Wohnen im Alter ist eine Form der Altersvorsorge.
Wichtig: Je früher du anfängst, desto weniger musst du monatlich zurücklegen. Mit 25 Jahren reichen oft 100 bis 150 Euro monatlich, um eine Rentenlücke von 500 bis 800 Euro zu schließen. Mit 45 Jahren brauchst du dafür schon 300 bis 500 Euro monatlich.
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Das Wichtigste im Überblick
- Die VBL ist deine Pflicht-Betriebsrente im öffentlichen Dienst. 2026 zahlst du 1,81 % vom Brutto (bei 3.000 € brutto: 54 € monatlich), dein Arbeitgeber legt 5,49 % drauf (164 €).
- Pro Versorgungspunkt bekommst du 4,00 € monatliche Rente. Punkte sammelst du aus deinem Gehalt mal Altersfaktor — je jünger du einsteigst, desto mehr Punkte. Realistische VBL-Rente für Erzieher:innen: 250 bis 500 €, je nach Karriere.
- Du brauchst 5 Jahre Wartezeit (60 Monate) für einen Rentenanspruch. Die VBL zahlt nur auf Antrag — etwa 3 Monate vor Rentenbeginn online über „Meine VBL" beantragen.
- Teilzeit und Elternzeit reduzieren deine Versorgungspunkte proportional. Trägerwechsel innerhalb des VBL-Systems ist unproblematisch, bei Wechsel zu privatem Träger ohne VBL bleibt deine Anwartschaft erhalten — nicht ausz
Transparenz-Hinweis
Dieser Artikel ist redaktionell erstellt und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung. Wir arbeiten als ungebundene Versicherungsmakler (§ 34d Abs. 1 GewO) und Finanzanlagenvermittler (§ 34f Abs. 1 GewO). Beratung und Fördercheck sind für dich kostenlos — vermitteln wir auf deinen Wunsch ein Produkt, erhalten wir dafür eine Courtage vom Anbieter. Details findest du in unserer Erstinformation.
Kevin Fuchs ist Gründer von FinanzErzieher. Er hat sich darauf spezialisiert, Erzieher:innen zu mehr Netto und passgenauer Altersvorsorge zu verhelfen. Seine Mission: Dass Förderungen, Steuervorteile und Zuschüsse nicht mehr an Bürokratie scheitern.
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