VBL-Rente für Erzieher:innen 2026: Was die Zusatzversorgung bringt
Wie viel Zusatzrente bringt die VBL oder ZVK wirklich? Modellrechnung mit echter Punkteformel: bei Vollzeit rund 1.000 €, bei Teilzeit 550 bis 730 € brutto.

Zum Ratgeber: Zuschüsse für Erzieher:innen 2026
Nach 40 Jahren Vollzeit als Erzieher:in kommen aus der Zusatzversorgung grob 1.000 € brutto Rente im Monat zusammen. Wer später einsteigt oder in Teilzeit arbeitet, landet eher bei 550 bis 730 €. Hier siehst du, wie sich das zusammensetzt.
Das Wichtigste in 20 Sekunden
- Modellrechnung für S 8a: ab 25 Jahren bis 66 in Vollzeit ≈ 1.120 € Zusatzrente im Monat (brutto, heutige Werte)
- Bei Teilzeit sinkt die Rente anteilig: 75 % Stelle ab 30 in S 8b ≈ 730 €, 50 % Stelle über die ganze Karriere ≈ 560 €
- Du zahlst 1,81 % deines Bruttos, dein Arbeitgeber 5,49 % (West) – bei 4.107 € brutto (S 8a Stufe 3) sind das 74 € von dir und 225 € vom Arbeitgeber
- Pro Versorgungspunkt gibt es 4,00 € Rente im Monat; Wartezeit: 60 Umlagemonate
- Ab 01.01.2027 gibt es keine neuen Riester-Verträge mehr; Entgeltumwandlung bleibt bis 338 € bzw. 676 € im Monat begünstigt
Die Zusatzversorgung ist deine Betriebsrente im öffentlichen Dienst: eine zweite Rente neben der gesetzlichen, für die du nichts abschließen musst. Dein Arbeitgeber meldet dich an, die Beiträge laufen automatisch über die Gehaltsabrechnung. Wie viel am Ende ankommt, hängt von deinem Gehalt nach TVöD SuE (dem Tarifvertrag für Sozial- und Erziehungsdienst), deinem Einstiegsalter und deinem Stundenumfang ab.
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VBL, ZVK oder KZVK: Wo bist du eigentlich versichert?
„VBL" ist im Alltag zum Sammelbegriff geworden, stimmt aber nur für einen Teil der Kolleg:innen. Die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) versichert Beschäftigte von Bund, Ländern und einzelnen Kommunen. Die meisten kommunalen Kitas gehören dagegen zu einer kommunalen Zusatzversorgungskasse (ZVK) – davon gibt es über 20, zum Beispiel die KVBW oder die ZVK Bayern.
Bei kirchlichen Trägern greifen eigene Kassen: die KZVK bei katholischen Trägern, die EZVK bei evangelischen. Die katholische KZVK nimmt aktuell 6,0 % des Entgelts (Arbeitgeber 5,6 %, du 0,4 %), ab 2027 sind es 6,7 %. Bei der EZVK liegt der Gesamtsatz je nach Abrechnungsverband bei 6,6 oder 7,0 %; der Arbeitgeber kann dich bis zur Hälfte beteiligen.
Das Leistungsrecht ist fast überall gleich: Es gibt ein Punktemodell, das du weiter unten findest. Welche Kasse für dich zuständig ist, steht auf deiner Gehaltsabrechnung oder in deinem Arbeitsvertrag. Die Rechenbeispiele in diesem Artikel orientieren sich an der VBLklassik, das Prinzip ist bei den kommunalen Kassen dasselbe.
Beiträge 2026: Umlage West, Kapitaldeckung Ost
Bei der VBLklassik West zahlt der Arbeitgeber 5,49 % deines zusatzversorgungspflichtigen Entgelts, du zahlst 1,81 % – zusammen 7,30 %. Das ist eine Umlage: Die Beiträge von heute finanzieren die Renten von heute, deine Ansprüche erwirbst du über Punkte. Ein Sanierungsgeld fällt 2026 nicht an (0 %).
Ein Beispiel mit S 8a Stufe 3 (4.106,82 € brutto inklusive SuE-Zulage): 1,81 % sind 74 € Eigenanteil, 5,49 % sind 225 € vom Arbeitgeber. Der Arbeitgeberanteil ist bis 338 € im Monat steuerfrei (§ 3 Nr. 56 EStG), davon merkst du auf dem Konto nichts.
Im Tarifgebiet Ost funktioniert das System anders, nämlich teils kapitalgedeckt: Der Arbeitgeber zahlt 1,06 % Umlage plus 2,00 % in die Kapitaldeckung, du selbst 4,25 % – insgesamt 6,25 % Kapitaldeckung. Dein Eigenanteil ist dort also deutlich höher. Wenn du in den neuen Bundesländern arbeitest, lohnt sich ein Blick auf den genauen Abzug in deiner Abrechnung.
So rechnet sich deine Rente: Punkte, Altersfaktor, 4 € je Punkt
Die Formel ist übersichtlicher, als sie klingt: Dein monatliches Entgelt (Jahresentgelt geteilt durch 12) geteilt durch 1.000 €, multipliziert mit einem Altersfaktor, ergibt die Versorgungspunkte eines Jahres. Jeder Punkt bringt später 4,00 € Rente im Monat. Der Altersfaktor belohnt frühen Einstieg, weil dein Geld dann länger arbeitet. Als Alter zählt das Kalenderjahr minus Geburtsjahr.
- Mit 25: Faktor 2,4 – mit 30: 2,0 – mit 35: 1,7 – mit 40: 1,5
- Mit 45: Faktor 1,3 – mit 50: 1,1 – von 53 bis 56: 1,0
- Von 57 bis 61: 0,9 – ab 62: 0,8
Ein Jahr mit 25 in S 8a Stufe 1 (3.509,44 € plus 130 € SuE-Zulage = 3.639,44 €): 3,64 × 2,4 ≈ 8,7 Punkte, also rund 35 € Rente im Monat – allein aus diesem einen Jahr. Dasselbe Jahr mit 53 in Stufe 3 (4.106,82 € inklusive Zulage): 4,11 × 1,0 ≈ 4,1 Punkte, rund 16 €. Gerechnet ohne Jahressonderzahlung; in der Modellrechnung unten ist sie eingeschlossen.
Modellrechnung: Das bringt dir die Zusatzversorgung im Alter
Die Werte stammen aus einer Modellrechnung mit der heutigen Entgelttabelle (S 8a und S 8b), Stufenaufstieg und Jahressonderzahlung, aber ohne künftige Tariferhöhungen. Es sind Bruttowerte vor Abschlägen und nur eine Größenordnung, keine Rentenauskunft.
| Beispiel | Verlauf | Punkte | Rente im Monat (brutto) |
|---|---|---|---|
| Lena | S 8a, Vollzeit von 25 bis 66 | ≈ 280 | ≈ 1.120 € |
| 40 Jahre Vollzeit | S 8a, Vollzeit von 27 bis 66 | ≈ 260 | ≈ 1.030 € |
| Nina | S 8b, 75 % Stelle von 30 bis 66 | ≈ 180 | ≈ 730 € |
| Sarah | S 8a, Einstieg mit 40, Vollzeit bis 66 | ≈ 140 | ≈ 550 € |
Lena kommt auf 280 Punkte × 4 € = 1.120 €. Bei 40 Jahren Vollzeit sind es knapp 260 Punkte, also etwa 1.030 €. Sarah steigt erst mit 40 ein, als der Altersfaktor nur noch 1,5 beträgt; ihre 140 Punkte ergeben etwa 550 €. Auch hier zählt: Wer später startet, muss nicht verzweifeln, aber der Faktor lässt sich nicht aufholen.
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Teilzeit, Elternzeit, Trägerwechsel: Was sie mit deinen Punkten machen
Teilzeit wirkt direkt: Die Punkte folgen deinem Entgelt. Bei einer 50-%-Stelle über die ganze Karriere (25 bis 66, S 8a) sind es etwa 140 Punkte, also rund 560 €. Das ist die Hälfte von Lenas 1.120 €. Wer von Teilzeit zurück auf mehr Stunden geht, erhöht ab dem Zeitpunkt wieder die Punkte pro Jahr.
In der Elternzeit bekommst du kein Gehalt, aber nicht „null Punkte". Für bis zu 36 Monate je Kind wird ein fiktives Entgelt von 500 € im Monat angesetzt (soziale Komponente). Mit 30 gerechnet: 0,5 × 2,0 = 1,0 Punkt pro Jahr, also etwa 4 € Rente im Monat je Elternzeitjahr. Das ist wenig, aber die Elternzeit reißt kein Loch in deine Rente.
Wechselst du innerhalb des öffentlichen Dienstes, zum Beispiel von der Kommune zum Land, bleibt deine Versicherung im Wesentlichen erhalten. Gehst du zu einem privaten Träger ohne Zusatzversorgung, bleiben deine bisher erworbenen Anwartschaften bestehen, es kommen aber keine neuen Punkte dazu. Das Gehaltsplus beim neuen Träger solltest du deshalb mit der entgangenen Umlage vergleichen: bei S 8a Stufe 3 sind das 225 € Arbeitgeberanteil im Monat. Wer mit weniger als 60 Umlagemonaten ausscheidet, fragt vorher bei seiner Kasse nach.
Entgeltumwandlung und das Ende von Riester
Mit der Entgeltumwandlung zahlst du freiwillig zusätzlich ein, direkt aus dem Bruttogehalt. Bei der VBL heißt das Angebot VBLextra. 2026 sind bis zu 8 % der Beitragsbemessungsgrenze steuerfrei, das sind 676 € im Monat, und bis zu 4 % sind sozialabgabenfrei, das sind 338 €. Die steuerfreie Umlage deines Arbeitgebers wird auf diese Grenzen teilweise angerechnet. Frag in der Personalstelle nach, wie viel bei dir frei ist.
Der Haken liegt am Ende: Die Betriebsrente ist in der Auszahlung voll kranken- und pflegeversicherungspflichtig, etwa 21 % mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag. Ein kleiner Freibetrag von rund 187 € im Monat gilt nur für die Krankenversicherung. Je höher dein Steuersatz heute, desto eher lohnt sich der Tausch; bei kleinen Einkommen ist der Vorteil dünner.
Ein nüchterner Hinweis zu Riester: Nach dem Altersvorsorgereformgesetz (in Kraft seit Mai 2026) gibt es ab dem 01.01.2027 keine neuen Riester-Verträge mehr. Bestehende Verträge laufen weiter, ein Wechsel ins neue Altersvorsorgedepot ist freiwillig. Das Depot soll 50 Cent Zulage je Euro auf die ersten 360 € Eigenbeitrag zahlen, 25 Cent auf die nächsten bis 1.800 €, maximal 540 € im Jahr. Stand Oktober 2026 gibt es dafür aber noch keine zertifizierten Anbieter, das Standardprodukt verzögert sich.
Reicht die Zusatzrente? Der Blick auf deine Gesamtrente
Die Zusatzversorgung ist nur ein Baustein. Die gesetzliche Rente liegt bei 40 Jahren Vollzeit im Modell bei rund 1.474 € brutto (Rentenwert 42,52 € seit 01.07.2026). Mit 25 Jahren Vollzeit und 15 Jahren in 75 % Teilzeit sind es etwa 1.335 €. Zusammen mit den 1.030 € aus der Zusatzversorgung wären das bei Vollzeit grob 2.500 € brutto.
Davon gehen noch Kranken- und Pflegeversicherung ab, auf die Betriebsrente etwa 21 %, also grob 200 € bei 1.030 €. Wie hoch deine Lücke zum heutigen Netto wird, hängt stark von deiner Laufbahn ab. Das Durchschnittsentgelt liegt 2026 bei 51.944 €, die Standardrente (45 Entgeltpunkte) bei 1.913,40 € brutto. Wer 40 statt 45 Jahre und teils Teilzeit arbeitet, bleibt klar darunter.
Dein nächster Schritt: Fordere bei deiner Kasse den Versicherungsnachweis an (bei der VBL über „Meine VBL"). Dort siehst du deine tatsächlichen Punkte und kannst gegen die Modellwerte aus diesem Artikel prüfen. Danach lässt sich entscheiden, ob Entgeltumwandlung oder ein anderer Baustein für dich Sinn ergibt.
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Häufige Fragen (FAQ)
Wie viel VBL-Rente bekomme ich als Erzieher:in?
Bei Vollzeit in S 8a von 25 bis 66 sind es nach der Modellrechnung etwa 1.120 € brutto im Monat, bei 40 Jahren Vollzeit rund 1.030 €. Mit 75 % Stelle (Nina) sind es etwa 730 €, bei späterem Einstieg mit 40 (Sarah) etwa 550 €. Das sind Größenordnungen in heutigen Werten, keine Garantie.
Bin ich bei der VBL oder bei einer ZVK versichert?
Bei kommunalen Trägern meist bei einer kommunalen Zusatzversorgungskasse (ZVK), bei Bund und Ländern bei der VBL. Kirchliche Träger nutzen KZVK (katholisch) oder EZVK (evangelisch). Welche Kasse zuständig ist, steht in deinem Arbeitsvertrag oder auf der Gehaltsabrechnung.
Wie lange muss ich einzahlen, damit ich eine Rente bekomme?
Die Wartezeit beträgt 60 Umlagemonate, also fünf Jahre. Zusätzlich musst du die Rente bei deiner Kasse beantragen; sie wird nicht automatisch gezahlt.
Kann ich noch einen Riester-Vertrag abschließen?
Noch bis Ende 2026. Ab dem 01.01.2027 sind keine neuen Riester-Verträge mehr möglich, Bestandsverträge laufen weiter. Das Altersvorsorgedepot soll folgen, derzeit gibt es dafür aber noch keine zertifizierten Anbieter.
Quellen: VBL-Satzung und Altersfaktoren-Tabelle (VBLklassik, Stand 2026); Tarifvertrag Altersversorgung (ATV/ATV-K); TVöD-SuE-Entgelttabelle (gültig 01.05.2026 bis 31.03.2027); § 3 Nr. 56 und Nr. 63 EStG; Altersvorsorgereformgesetz (Bundestag 27.03.2026, Bundesrat 08.05.2026); Deutsche Rentenversicherung (Rentenwert ab 01.07.2026).
Alle Beträge sind Beispielrechnungen (Größenordnung, brutto, heutige Werte, ohne künftige Tariferhöhungen) und keine Rentenauskunft. Keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall. Dieser Artikel wurde KI-assistiert verfasst und redaktionell geprüft. Stand: 10/2026.
Transparenz-Hinweis
Dieser Artikel ist redaktionell erstellt und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung. Wir arbeiten als ungebundene Versicherungsmakler (§ 34d Abs. 1 GewO) und Finanzanlagenvermittler (§ 34f Abs. 1 GewO). Beratung und Fördercheck sind für dich kostenlos — vermitteln wir auf deinen Wunsch ein Produkt, erhalten wir dafür eine Courtage vom Anbieter. Details findest du in unserer Erstinformation.
Kevin Fuchs ist Gründer von FinanzErzieher. Er hat sich darauf spezialisiert, Erzieher:innen zu mehr Netto und passgenauer Altersvorsorge zu verhelfen. Seine Mission: Dass Förderungen, Steuervorteile und Zuschüsse nicht mehr an Bürokratie scheitern.
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